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Dieser Schritt fällt uns wahrlich nicht leicht, weil sich über all die Jahre so viele schöne Erinnerungen an Begegnungen, Feierlichkeiten, Kneipenkonzerte, lauschige Biergartenabende und so viel mehr angesammelt haben, dass man eigentlich schlecht loslassen kann.

Insgesamt haben in den vergangenen drei Jahrzehnten mehrere hundert Menschen vieler Nationalitäten in unserer Kneipe gearbeitet. Viele von ihnen haben bei uns ihre ersten beruflichen Erfahrungen in Deutschland erlebt und darüber schnell Anschluss gefunden.

Auch haben immer wieder mal Freunde und Verwandte im Bahnhof gearbeitet – und umgekehrt sind viele der ehemaligen und aktuellen Mitarbeiter zu Freunden und Verwandten (in Spe) geworden.

Stammgäste haben angefangen, bei uns zu arbeiten und ehemalige Mitarbeiter sind noch heute regelmäßig bei uns zu Gast – teilweise, um ihren Kindern zuzusehen, die mittlerweile bei uns kellnern.

All diese Begegnungen haben unser Leben, auch außerhalb des Bahnhofs, ungemein bereichert und werden uns sehr fehlen.

Auf der anderen Seite darf man allerdings auch nicht ausblenden, dass die Organisation eines Gastronomiebetriebs dieser Größe ein Knochenjob ist, der rein physisch (vor allem mit zunehmendem Alter) in Grenzbereiche vordringt.

Dauerhafte Präsenz im abendlichen Regelbetrieb, Wareneinkauf bei diversen Groß- und Kleinhändlern, Müll- und Flaschenentsorgung, Reparaturarbeiten, Organisation von geschlossenen Feierlichkeiten, Cateringverpflichtungen, Außer-Hauslieferungen etc. sind stets von uns zu leistende wiederkehrende Tätigkeiten, die unter anderem dazu führen, dass wir uns an keinen Urlaub in den letzten Jahren erinnern können, der länger als fünf Tage gedauert hat.

Dazu kommt ein in den letzten Jahren vom Gesetzgeber verursachter massiv gestiegener bürokratischer Aufwand, was Personalbuchhaltung, Buchhaltung und diverse Dokumentationspflichten betrifft.

All diese Aspekte haben dazu geführt, dass Ute bereits 2017 mit dem Einstieg in eine U3-Kita die Möglichkeit einer beruflichen Neuorientierung ergriffen hat, die eine erfüllende Tätigkeit im festen zeitlichen Rahmen (tagsüber !) und dadurch gleichzeitig „auf unsere alten Tage" Perspektiven auf mehr gemeinsame Freizeit ermöglicht. Auf diese gemeinsame Freizeit freuen wir uns nun, wenngleich der Abschied vom Bahnhof, ohne den unsere Söhne uns gar nicht kennen, mit jedem Tag, den er näher rückt, mehr schmerzt.

Wir möchten uns jetzt abschließend zuallererst bei unseren Gästen bedanken, die uns die ganzen Jahre die Treue gehalten haben, bei den vielen, vielen Stammgästen, die uns in den letzten Wochen und Monaten seit dem Publikwerden unserer Abschiedspläne durch Ihre persönliche Betroffenheit das Gefühl vermittelt haben, in den letzten 30 Jahren vieles richtig gemacht zu haben.

Gleichermaßen möchten wir uns bei unserem Service- und Küchenpersonal bedanken, das in einem so großen Maße die Wahrnehmung der Kneipe geprägt und somit entscheidend zur Identifikation mit unserem Laden beigetragen hat.

Wir hoffen natürlich inständig, dass es unsere NachfolgerInnen schaffen, den einmaligen Charakter unserer Kneipe im Bahnhof als einen Ort der Kommunikation und Begegnung unterschiedlichster Menschen von unterschiedlichem Alter, sozialem Status, Nationalität etc. zu erhalten.

Liebe Grüße
Ute und Peter

 

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